PAIN-Umstellung im Zuge der ISO 20022-Migration: Ihre To-dos bis November 2022

Zahnräder, die ineinandergreifen wie die PAIN-Umstellung innerhalb der ISO-20022-Migration

Die CAMT-Formate für Kontoauszüge sind inzwischen weitgehend eingeführt. Doch auch nach der finalen Beendigung der CAMT-Einführung wird die ISO 20022-Migration noch nicht abgeschlossen sein. Für alle, die die CAMT-Formate eingeführt haben, ist die Umstellung auf PAIN.001 Version 09 im ISO-Standard die nächste zu drehende Stellschraube im Zahlungsverkehr. Wir erklären, was die PAIN-Umstellung konkret bedeutet, bis wann sie abgeschlossen sein muss und wie Sie diese in SAP umsetzen.

Von CAMT zu PAIN: Warum jetzt die PAIN-Migration ansteht

Während CAMT-Formate, wie CAMT.053, die Rückmeldungen der Banken standardisieren, regeln PAIN-Formate die Initiierung von Zahlungen. Erst wenn CAMT- und PAIN-Formate wie Zahnräder sauber ineinandergreifen, läuft Ihr ISO 20022-Zahlungsverkehr stabil und effizient.

Viele Unternehmen arbeiten noch mit älteren PAIN-Versionen oder sogar mit DTAZV-Formaten. Diese werden jedoch schrittweise abgelöst. Ziel ist ein einheitliches, strukturiertes PAIN-Format im ISO-20022-Standard, das SEPA-, Echtzeit- und Auslandszahlungen gleichermaßen unterstützt.

Bis wann muss die PAIN-Umstellung abgeschlossen sein?

Die Übergangsphase endet offiziell im November 2026. Der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) zufolge sollten Banken ab diesem Zeitpunkt keine alten Formate im Zahlungsverkehr mehr unterstützen. Zahlungsaufträge sollten dann im aktuellen PAIN.001-Format (z. B. PAIN.001.001.09) eingereicht werden.

Das betrifft unter anderem:

  • SEPA-Überweisungen
  • Echtzeitüberweisungen
  • Auslands- und Fremdwährungszahlungen

Was bedeutet die Umstellung auf PAIN.001 in ISO 20022 konkret?

Die PAIN.001-Migration ist mehr als ein technisches Versions-Upgrade. Sie betrifft mehrere Ebenen gleichzeitig. Vergleichbar mit mehreren Zahnrädern, die präzise aufeinander abgestimmt werden müssen.

1. Änderungen im PAIN-Format

Das aktuelle PAIN-Format setzt stärker auf strukturierte Informationen. Dazu gehören:

  • strukturierte Adressdaten
  • klar definierte Felder für Verwendungszwecke
  • zusätzliche regulatorische Angaben

Unstrukturierte oder unvollständige Daten führen zunehmend zu Ablehnungen von Zahlungen durch Banken.

2. Auswirkungen auf Stammdaten und Prozesse

Für Cash Manager bedeutet die Umstellung auf strukturierte Daten, dass

  • Geschäftspartner- und Bankstammdaten geprüft und ggf. bereinigt werden müssen,
  • Prozesse zur Zahlungsfreigabe und -erstellung anzupassen sind,
  • bankindividuelle Anforderungen im ISO-20022-Zahlungsverkehr berücksichtigt werden müssen.

3. PAIN-Umstellung in SAP

Sowohl in SAP S/4HANA als auch in SAP ECC 6.0 müssen…

  • Zahlungsformate (DMEE/DMEEX) aktualisiert werden,
  • die Ausgabe auf PAIN.001.001.09 umgestellt werden,
  • neue ISO-20022-Felder korrekt befüllt werden.

Eine saubere technische Umsetzung ist entscheidend, um Ablehnungen und Nacharbeiten zu vermeiden. Gerade in SAP müssen die richtigen Einstellungen vorgenommen werden, damit alle Zahnräder – von DMEE/DMEEX über Zahlungsprogramme bis zu den Stammdaten – reibungslos zusammenspielen.

Grafik bestehend aus einer Rakete in der Mitte und darum herum einem Informationssymbol, einem Herz, einer Hand mit Stift und einem Megafon als Symbol für die SAP-FSCM-Schulungen der Payyxtron GmbH.

Setzen Sie Ihre PAIN-Umstellung in SAP strukturiert um.

Häufig gestellte Fragen zur PAIN-Migration

Müssen alle alten PAIN-Versionen ersetzt werden?

Ja. Ältere Versionen, wie PAIN.001.001.03, werden perspektivisch nicht mehr akzeptiert. Die Ablösung alter Zahlungsformate ist fester Bestandteil der ISO-20022-Roadmap.

Betrifft die PAIN-Umstellung nur SEPA?

Nein. Die PAIN-Migration betrifft alle Zahlungsarten – inklusive Echtzeit- und Auslandszahlungen. Das Ziel ist ein einheitliches PAIN-Format im Zahlungsverkehr.

Reicht ein technisches Update?

Nein. Ohne saubere Datenbasis und angepasste Prozesse scheitert die PAIN-Umstellung häufig im Produktivbetrieb.

Praxis-Tipps für Ihre erfolgreiche PAIN-Migration

1. Ist-Analyse durchführen

Eine sorgfältige Ist-Analyse schafft Transparenz über bestehende Zahlungsformate und ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer strukturierten PAIN-Umstellung in SAP.

Klären Sie,

  • welche Zahlungsformate aktuell im Einsatz sind (z. B. PAIN.001.001.03, DTAZV),
  • welche Zahlungsarten betroffen sind (SEPA, Echtzeit, Auslandszahlungen),
  • welche Banken und Zahlungsdienstleister angebunden sind,
  • welche PAIN.001-Version Ihre Hausbanken akzeptieren,
  • ob bankindividuelle Sonderformate oder Profile genutzt werden,
  • wo Abhängigkeiten zu Altsystemen bestehen.

Eine umfassende Ist-Analyse bildet das stabile Fundament Ihrer PAIN-Migration und macht Abhängigkeiten unmittelbar transparent. Damit Sie von Beginn an die richtigen Entscheidungen treffen.

2. PAIN-Migration in SAP gezielt planen

Eine strukturierte Planung ist entscheidend, um spätere Anpassungsschleifen zu vermeiden.

Berücksichtigen Sie dabei,

  • welche SAP-Komponenten betroffen sind (z. B. DMEE oder DMEEX),
  • welche Zahlungsprogramme und Zahlwege angepasst werden müssen,
  • welche Freigabe- und Unterschriftsprozesse betroffen sind,
  • welche Banken in welcher Reihenfolge getestet werden,
  • welche internen Ressourcen und Zeitfenster zur Verfügung stehen.

Richten Sie Testformate ein und prüfen Sie frühzeitig die Auswirkungen auf DMEE/DMEEX, Zahlungsprogramme und Freigabeprozesse.

3. Datenqualität priorisieren

Strukturierte Adressen und vollständige Stammdaten sind kein „Nice-to-have“, sondern Voraussetzung für eine erfolgreiche PAIN-Umstellung. Unsaubere Daten wirken wie Sand im Getriebe des Zahlungsverkehrs. Stellen Sie sicher, dass

  • strukturierte Adressen vorhanden sind (Straße, Hausnummer, Ort, Land etc.),
  • Bankverbindungen vollständig und korrekt gepflegt sind,
  • Pflichtfelder im PAIN-Format identifiziert und befüllbar sind.

Je höher die Datenqualität, desto reibungsloser läuft die Verarbeitung Ihrer PAIN-Dateien. Dadurch sinkt das Risiko von Rückweisungen, Verzögerungen oder manuellen Nacharbeiten im Zahlungsverkehr.

4. PAIN-Dateien systematisch testen

Nutzen Sie SAP-Testsysteme und Bank-Testumgebungen, um PAIN-Dateien vor dem Go-live zu validieren:

  • Erstellen Sie Testzahlungen je Bank und Zahlungsart.
  • Validieren Sie PAIN-Dateien gegen Bank-Testsysteme.
  • Werten Sie Rückmeldungen der Banken aus und nehmen Sie ggf. Anpassungen vor.

Insbesondere Testumgebungen von Banken sollten bereits frühzeitig genutzt werden. Kurz vor der finalen Umstellung sind die Banken häufig überlastet, was zu hohen Kosten für Tests führen kann.

5. Awareness schaffen

Die PAIN-Migration betrifft mehrere Fachbereiche und sollte nicht isoliert betrachtet werden.

Informieren Sie betroffene Abteilungen frühzeitig:

  • Treasury über Auswirkungen auf Zahlungsfreigaben und Liquiditätssteuerung,
  • Buchhaltung über Änderungen in Prozessen und Fehlermeldungen,
  • IT über technische Anpassungen und Abhängigkeiten,
  • Fachbereiche über Zeitpläne, Tests und Go-live-Termine.

Gute Kommunikation reduziert operative Risiken und erhöht die Akzeptanz der neuen Formate.

Webinar- und Video-Tipp: ISO 20022 und DMEEX in SAP

Die PAIN-Umstellung in SAP wirft in der Praxis häufig Detailfragen auf. Das ist insbesondere im Zusammenspiel von PAIN.00x-Zahlungsformaten und CAMT.05x-Kontoauszügen der Fall. Um Sie bei der strukturierten Vorbereitung und Umsetzung Ihrer PAIN-Migration zu unterstützen, bieten wir Ihnen vertiefende Einblicke in Form eines Webinars sowie eines praxisnahen Schulungsvideos zur Arbeit mit DMEEX in SAP.

Webinar „ISO 20022 in SAP: So nutzen Sie den internationalen Nachrichtenstandard optimal“

In unserem Webinar „ISO 20022 in SAP: So nutzen Sie den internationalen Nachrichtenstandard optimal“ gibt Ihnen Senior SAP FI Berater Claus Wild einen fundierten Überblick über die zugrundeliegenden Nachrichtenformate und nationale Besonderheiten. Außerdem stellt er Ihnen die Werkzeuge vor, die die SAP für die Implementierung und Pflege von Zahlungs- und Kontoauszugsformaten bereitstellt.

Sie erfahren unter anderem,

  • welche Strategien sich für die bank- und länderspezifische Umsetzung eignen,
  • welche Erweiterungsmöglichkeiten die Formate PAIN und CAMT bieten und
  • wie sich der erhöhte Implementierungsaufwand im SAP-Standard beherrschbar machen lässt.

Der nächste Live-Termin steht aktuell noch nicht fest. Sie können sich jedoch unverbindlich vormerken lassen. Wir informieren Sie, sobald ein neuer Termin geplant ist. Alternativ stellen wir Ihnen die Aufzeichnung des letzten Webinars gerne per E-Mail zur Verfügung.

Schulungsvideo „DMEEX – Zahlungsträgererstellung unter SAP S/4HANA“

In diesem praxisnahen Video-Tutorial unseres Senior SAP FI Beraters Michael Englert erfahren Sie,

  • wie Sie mit DMEEX die Zahlungsträgererstellung in SAP S/4HANA effizient gestalten,
  • welche neuen bzw. verbesserten Funktionen gegenüber der klassischen DMEE-Engine zur Verfügung stehen und
  • wie Sie diese für die Generierung von XML-Zahlungsdateien konfigurieren.

Abgerundet werden die tiefgreifenden Inhalte durch praktische Beispiele und Tipps für optimale Ergebnisse. Das Schulungsvideo zur Zahlungsträgererstellung mit DMEEX ist auf der Lernplattform von Espresso Tutorials erhältlich.

Die PAIN-Umstellung ist ein weiterer strategischer Schritt in der ISO-20022-Migration

Die Migration auf PAIN.001 in ISO 20022 ist ein weiterer zentraler Meilenstein im modernen Zahlungsverkehr mit SAP. Durch den fixen Endtermin im November 2026 besteht jetzt akuter Handlungsbedarf. Wer frühzeitig analysiert, sauber testet und die Datenqualität priorisiert, minimiert Risiken und stellt seine Zahlungsfähigkeit langfristig sicher.

Grafik bestehend aus einem Leuchtturm in der Mitte und darum herum ein Taschenrechner, eine Medaille, ein Geldschein und ein Thumb-up als Symbol für die SAP-FSCM-Beratung der Payyxtron GmbH.

Die PAIN-Umstellung ist Ihre Chance auf effizientere Zahlungsprozesse.

Michael Englert