Eines dürfte derzeit im Zahlungsverkehr nicht aufkommen: Langeweile! Immer dann, wenn man denkt das man mit seinen Projekten im Zahlungsverkehr bzw. Cash Management auf einem aktuellen Stand der Technik ist, stehen wir vor aktuellen Neuerungen und Entwicklungen, die es gilt umzusetzen.

Schauen wir uns dazu drei ausgewählte Beispiele etwas näher an …

SEPA vs. ISO 20022

Sind Ihre SEPA-Zahlungsträgerformate noch aktuell, bzw. haben Sie im Herbst dieses Jahrs auf die aktuellen Formatversionen gewechselt? Seit dem 17. November 2019 ist nun die aktuelle Spezifikation der Datenträger in der Version 3.3 gültig. Haben Sie noch ältere Version aus den SEPA-Anfangszeiten im Einsatz sollten Sie zeitnah über einen Wechsel der Datenträgerformate im Jahr 2020 nachdenken – auch hier stehen, wie in jedem Jahr, Neuerungen an die ggf. in SAP umgesetzt werden müssen.

Möchten Sie dazu in SAP die neuen Formatbäume hochladen, so werden Sie diese in der gewohnten Form allerdings nicht mehr finden! Bei SAP hat man dazu die Strategie bei der Auslieferung der Formatbäume geändert. Mit dem Hinweis 2795667 – Einführung von ISO 20022 – globale Harmonisierung und Regulierung (SEPA in Europa) werden nun keine dedizierten SEPA-Formatbäume ausgeliefert, sondern „nur“ noch globale CGI-Formatbäume.

Der Vorteil ist in dem Zusammenhang nachvollziehbar. Statt unterschiedlichen Formatbäumen, die in SAP integriert werden müssten, reichen nun die beiden globalen PAIN.001* und PAIN.008* Formatbäume aus. Der Zahllauf selbst erkennt dabei automatisch ob es sich um einen SEPA- oder globalen Zahlungsträger handelt. Bestenfalls können in dem Zusammenhang auch vorhandene DTAZV-Zahlwege abgeschafft werden – solange die Hausbanken das globale CGI-Datenträgerformat akzeptieren.

http://www.ebics.de/spezifikat…anlage-3-formatstandards/

Abkündigung der SWIFT MT940 Formate durch die Deutsche Kreditwirtschaft (DK)

Auch bei der Verarbeitung von elektronischen Kontoauszügen im Format SWIFT MT940 bzw. MT942 werden wir in den kommenden Jahren einige Änderungen in SAP durchführen müssen – spätestens im Jahr 2025.

Die DK hat dazu für die kommende Version 3.4 der Anlage 3 die Abkündigung der SWIFT MT94x Formate für den November 2025 aufgenommen:

http://www.ebics.de/index.php?…S-19-03_Abkuend_MT94x.pdf

Was bedeutet dies für die elektronischen Kontoauszüge in SAP? In den kommenden Jahren sollte man sich mit der Umstellung auf ISO 20022 Kontoauszüge vorbereiten (CAMT.05x) solange diese von Banken im Geltungsbereich der DK angeliefert werden. In SAP stehen dazu eine Reihe an Werkzeugen wie bspw. die Transaktionen XSLT oder XSTL_TOOL zu Verfügung.

Generell gilt bei der Umstellung: Umfangreiche Tests sind notwendig, insbesondere dann, wenn Sie Suchmuster oder Exits im Einsatz haben die Abfragen auf die bestehende Datenstrukturen bzw. Feldbelegung der bisherigen SWIFT MT-Formate durchführen. Im Einzelfall kann die Feldbelegung in den XML-Tags der CAMT.05x Kontoauszüge unterschiedlich sein. Hilfreich dürfte es sein in dem Zusammenhang immer die aktuellen Hinweise zu den ISO 20022 Kontoauszügen im System zu haben:

https://www.wikipayments.de/thread/652-sap-hinweise-zu-xml-kontoauszügen-camt-05x/

Nachbearbeitungsregeln für Kontoauszüge

Sind Sie bereits auf S/4HANA? Dann dürfen Sie sich im aktuellen Release On Premise 1909 auf eine Neuerung freuen. Wer bisher mit den Suchmustern & Co. zur automatischen Beleginterpretation unterwegs war, kann nun einfach und schnell eigene Regeln für die automatische Verbuchung bzw. Nachbearbeitung von elektronischen Kontoauszügen anlegen.

Die Anlage der Nachbearbeitungsregel „wandert“ nun aus dem Customizing direkt in die Anwendung, sodass die Anwender nun im Produktivsystem selbst die Regeln anlegen und sofort umsetzen können.

Durch die Funktionalitäten dieser App werden nun auch die komplexen Suchmuster obsolet, bzw. können die nach einer Migration Stück für Stück zurückgebaut werden. Weitere Informationen sowie eine Demo finden Sie hier:

https://help.sap.com/viewer/3e…46e59d9d1dd0f7427fe3.html